Antworten ÖGD-Umfrage

Hier verwendeter Indikator zur Erfassung der Gesundheit

Es gibt eine Reihe von Indikatoren die genutzt werden können um den Gesundheitszustand einer Population zu beschreiben. Ein verbreiteter Indikator ist die mittlere Lebenserwartung bei Geburt. Diese zusammenfassende Maßzahl bezeichnet die Zahl der Lebensjahre, die ein Neugeborenes unter den Sterblichkeitsverhältnissen des jeweiligen Jahres durchschnittlich leben wird.

Datengrundlage für Deutschland

Hier präsentierte Gesundheitsmonitoringdaten zu Deutschland stammen aus der Veröffentlichung „Soziale Unterschiede in Deutschland: Mortalität und Lebenserwartung“, die vom Robert Koch-Institut im Journal of Health Monitoring herausgegeben wurden (1). Das Gesundheitsmonitoring am Robert Koch-Institut hat die Aufgabe, kontinuierlich Entwicklungen im Krankheitsgeschehen sowie im Gesundheits- und Risikoverhalten in Deutschland zu erfassen und zu beschreiben. Weitere Informationen unter: https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/gesundheitsmonitoring_node.html

Die mittlere Lebenserwartung wurde auf Basis von Sterbetafeln durch das Statistische Bundesamt berechnet. Die Angaben zur Lebenserwartung basieren auf den Sterbedaten von drei Kalenderjahren, um kurzfristige Schwankungen (z.B. durch eine besonders gravierende Influenza-Saison) auszugleichen. Die hier präsentierten Angaben beziehen sich auf die aktuellsten, verfügbaren Sterbetafeln für den Dreijahreszeitraum 2015/2017. Diese und weitere Daten können dem Informationssystem der Gesundheitsberichterstattung des Bundes (http://www.gbe-bund.de/) entnommen werden.

Entwicklung der Lebenserwartung in Deutschland

Die Lebenserwartung in Deutschland ist in den letzten Jahrzehnten deutlich angestiegen. Zu Beginn der 1990er-Jahre betrug die mittlere Lebenserwartung von Frauen 79,0 Jahre und von Männern 72,5 Jahre. Diese ist zum Dreijahreszeitraum 2015/2017 bei Frauen um 4,2 Jahre auf 83,2 Jahre und bei Männern um 5,9 Jahre auf 78,4 Jahre angestiegen (1).

Unterschiede zwischen Männern und Frauen

2015/2017 ergab sich ein Unterschied in der mittleren Lebenserwartung zwischen Männern und Frauen von 4,8 Jahren. Die höhere mittlere Lebenserwartung von Frauen lässt sich weltweit beobachten und ist auf biologische sowie nicht-biologische Faktoren zurückzuführen, wobei davon ausgegangen wird, dass nicht-biologische Risikofaktoren für den größten Teil der Unterschiede verantwortlich sind (1)

Unterschiede zwischen verschiedenen sozioökonomischen Gruppen

Nach wie vor bestehen in Deutschland Unterschiede in der mittleren Lebenserwartung zwischen verschiedenen sozioökonomischen Gruppen. So weisen Frauen in der höchsten Einkommensgruppe eine um 4,4 Jahre höhere Lebenserwartung als Frauen in der niedrigsten Gruppe auf. Bei Männern ist diese Differenz mit 8,6 Jahren deutlich ausgeprägter (2).

Datengrundlage der Gesundheitsdaten für Länder mit niedrigem pro-Kopf-Einkommen

Die folgenden Daten wurden aus der Datenbank der Global Burden of Disease study entnommen (ghdx.healthdata.org/gbd-results-tool). Die Global Burden of Disease Study (GBD) ist ein regionales und globales Forschungsprogramm mit dem Ziel die global Krankheitslast zu erfassen und zu beschreiben. Krankheitslast bezieht sich dabei auf die gesunde Lebenszeit, die durch Tod oder Leben mit Krankheit verloren geht.

Als Datengrundlage dienen zahlreiche verschiedene Datensätze aus wissenschaftlichen Studien sowie regionale, nationale und internationale Gesundheitsmonitoringdaten. Die genaue Methodik sowie aktuelle Publikationen können unter folgendem Link abgerufen werden: https://www.thelancet.com/gbd.

Entwicklung der Lebenserwartung in Ländern mit niedrigem pro-Kopf-Einkommen

In Ländern mit niedriger Wirtschaftsleistung pro Kopf (basierend auf der Einteilung der Länder nach Weltbank) lag die mittlere Lebenserwartung bei Geburt im Jahr 1990 bei Frauen bei 54,3 Jahren und bei Männern bei 50,5 Jahren. Für Länder mit hohem Einkommen bei 79,0 Jahren für Frauen und 72,2 Jahren bei Männern (3).

Zwischen 1990 und 2017 (den aktuellsten Zeitraum für den Daten vorlagen) stieg die Lebenserwartung sowohl in Ländern mit hoher als auch niedriger Wirtschaftsleistung pro Kopf an. So lag die mittlere Lebenserwartung bei Geburt in Ländern mit niedriger Wirtschaftsleistung pro Kopf im Jahr 2017 bei Frauen bei 66,5 Jahren und bei Männern bei 62,2 Jahren. Für Länder mit hohem Einkommen bei 83,5 Jahren für Frauen und 78,2 Jahren bei Männern (3).

In Ländern mit hohem pro-Kopf-Einkommen ergibt sich daraus ein Anstieg von 6,0 Jahren für Männer und von 4,5 Jahren für Frauen. In Ländern mit niedrigem pro-Kopf-Einkommen war der Anstieg deutlich ausgeprägter, er lag bei 11,7 Jahren für Männer und 12,2 Jahren für Frauen 3).

Referenzen

  • Nowossadeck, Lippe, Lampert (2019): Entwicklung der Lebenserwartung in Deutschland – Aktuelle Trends. Journal of Health Monitoring 2019 4(1). Robert Koch-Institut, Berlin. DOI 10.25646/5869
  • Lampert, Hoebel, Kroll (2019): Soziale Unterschiede in der Mortalität und Lebenserwartung in Deutschland. Aktuelle Situation und Trends. In: Journal of Health Monitoring 4(1). Robert Koch-Institut, Berlin. DOI: 10.25646/5868.
  • Global Burden of Disease Collaborative Network (2018): Global Burden of Disease Study 2017 (GBD 2017) Results. Seattle, United States: Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME), 2018. Available from http://ghdx.healthdata.org/gbd-results-tool.